Reise: Mit dem Wohnmobil nach Zeeland

Die Planung, wo der diesjährige Sommerurlaub stattfinden soll, fiel wahrscheinlich niemandem besonders leicht. Selbst wenn man inzwischen wieder relativ uneingeschränkt reisen darf, begleitet einen ständig ein ungutes Bauchgefühl oder schlechtes Gewissen, sobald man sich in einem ehemaligen „Hotspot-Gebiet“ befindet.

Unser Urlaub sollte ursprünglich in die Lombardei an den Comer See gehen. Aufgrund der dortigen Lage im Frühjahr waren die Mietunterkünfte spottbillig. Mitte/Ende Juli schien die Coronalage auch recht stabil zu sein, sodass wir dort für eine Woche eine Unterkunft direkt am Comer See buchten. Zum Glück mit super Stornierungsbedingungen, sodass wir auf der sicheren Seite waren, falls das doch nicht klappen sollte. „Wird schon funktionieren“ dachten wir. Der Urlaub rückte immer näher und je mehr der September vor der Tür stand, desto mehr konzentrierte sich die Berichterstattung im Radio und der Tagesschau wieder vermehrt auf steigende Zahlen in und um Deutschland. Wieder dieses ungute Bauchgefühl, obwohl ich ständig Bekannte auf Instagram und Co. sah, die in Italien unterwegs waren. Wir machten trotzdem Nägel mit Köpfen und stornierten. Leider ohne Alternative.

Aaron hatte dann zum Glück die Idee, dass wir das Wohnmobil von seinem Papa ausleihen könnten. Gesagt getan: eine Woche später fuhren wir für 1 1/2 Wochen weg. Jedoch in eine ganz andere Richtung als ursprünglich geplant. Unser Ziel sollte die Provinz Zeeland in den Niederlanden sein.

Unser erster Stopp war in Leipzig. Wir besuchten meine Großeltern und schliefen dort für eine Nacht. An Tag zwei ging es für uns weiter nach Duisburg, wo wir bei Aarons Oma vorbeischauten. Das wurde höchste Zeit, denn wir beide hatten sie das letzte Mal vor drei Jahren gesehen. Gemeinsam mit Aarons Tante gingen wir alle zusammen essen, tranken Wein und Sekt und quatschten bis spät abends.

Am nächsten Morgen frühstückten wir in aller Ruhe und Aarons Oma zeigte uns noch die Stadt. Gegen Mittag fuhren wir etwa 2 1/2h nach Zeeland in den Niederlanden.

Nachdem wir unseren Campingplatz erreicht haben, sind wir mit den Fahrrädern los zum Meer. Direkt am Strand befindet sich außerdem eine wunderschöne Strandbar, wo wir uns beide ein kühles Heinecken bestellten und der Sonne beim Untergehen zuschauten.

© Leni Tänzer, 19.09.2020 // In der Strandbar mit Blick aufs Meer
© Leni Tänzer, 19.09.2020 // Aaron samt Video-Equipment
© Leni Tänzer, 19.09.2020
© Leni Tänzer, 19.09.2020

Wir hatten unglaubliches Glück mit dem Wetter, weshalb wir uns entschieden den kommenden Tag am und im Meer zu verbringen.

© Leni Tänzer, 20.09.2020 // Der Weg zum Strand
© Leni Tänzer, 20.09.2020

An Tag 3 erkundeten wir die Innenstadt von Zoutelande. Eine kleine Tourismusstadt direkt am Meer. Dort tranken wir Kaffee und bummelten etwas durch die Läden an der Strandpromenade.

© Leni Tänzer, 21.09.2020 // Dünenhotel auf dem Weg nach Zoutelande
© Leni Tänzer, 21.09.2020
© Leni Tänzer, 21.09.2020
© Leni Tänzer, 21.09.2020 // Kaffee im ZieZo, Zoutelande
© Leni Tänzer, 21.09.2020 // Hier werden alle Klischees bedient
© Leni Tänzer, 23.09.2020 // Zoutelande an einem verregneten Tag wenig später
© Leni Tänzer, 23.09.2020

Abends schauten wir uns noch den Sonnenuntergang in unserer liebsten Strandbar an. Dazu gab es Chardonnay 🥂

© Leni Tänzer, 21.09.2020
© Leni Tänzer, 21.09.2020

Den letzten sonnigen Tag laut Wetterbericht nutzten wir, um nach Vlissingen zu fahren. Von unserem Campingplatz war das eine wunderschöne Küstenstrecke von etwa 30 Minuten mit dem Rad.

© Leni Tänzer, 22.09.2020 // Vlissingen, Zeeland

Dort angekommen setzten wir uns erstmal in ein Café. Danach schlenderten wir ziellos durch die Gassen Vlissingens und schauten uns alles in Ruhe an.

© Aaron Gruber, 22.09.2020
© Leni Tänzer, 22.09.2020 // Seitenstraße in Vlissingen
© Leni Tänzer, 22.09.2020
© Leni Tänzer, 22.09.2020
© Leni Tänzer, 22.09.2020 // Den Abend am Wohnmobil ausklingen lassen

Die darauffolgenden Tage waren sehr kalt, regnerisch und unglaublich stürmisch. Wir verbrachten die meisten Zeit drinnen und schauten Netflix, quatschten oder hörten dem Regen zu.

© Leni Tänzer, 23.09.2020
© Leni Tänzer, 23.09.2020 // Warmes Chocomel gegen das Schmuddelwetter

Auch unser letzter Tag in Zeeland war regnerisch und kalt. Trotzdem entschieden wir uns gegen Abend in den Nachbarort Koudekerke zu radeln, um dort ein letztes Mal Kaffee zu trinken und Fisch zu essen.

© Leni Tänzer, 24.09.2020
© Aaron Gruber, 24.09.2020

Dann ging es auch schon wieder zurück nach Deutschland für uns. Wir hatten eine wundervolle Zeit.

Leni x

Camping am See & Instagram Detox

Als ich letztens durch meine Handygalerie gescrollt habe, habe ich ein paar Fotos von unserem kleinen Urlaub Ende Juli gefunden. Wir sind spontan zu einem See in unserer Nähe gefahren, haben unser Campingzeug mitgenommen und waren dann für vier Tage weg. Das Gute: Wir hatten kein Netz, sodass wir uns komplett auf die Natur und uns konzentrieren konnten. Das war richtig schön! Es ist meiner Meinung nach sowieso sehr wichtig, immer mal wieder Abstand von den sozialen Medien zu gewinnen. Erst letztens habe ich meine Instagram-App gelöscht, weil ich auf der Plattform einfach viel zu viel Zeit verbracht habe. Dadurch geht so viel wertvolle Zeit verloren! Ich muss sagen, dass der „Instagram Detox“ sehr gut tut. Es ist angenehm, nicht 24/7 zu wissen, was meine Freunde machen. Ich konzentriere mich viel mehr auf die lieben Menschen um mich herum und bin quasi „in meiner eigenen kleinen Welt.“ Dazu muss ich jedoch auch sagen, dass ich es liebe, meine Fotos mit der Welt zu teilen. Ich denke das ist auch relativ logisch, schließlich hätte ich dann auch diesen Blog nicht. Mein Instagramprofil ist meine eigene kleine Kunstausstellung. Ich liebe es, aus Fotos etwas Besonderes zu machen oder Instagram-Storys mithilfe von kleinen Zeichnungen das gewisse Etwas zu verleihen. Ich denke, ich werde Instagram in Zukunft ganz bewusst nutzen, wenn ich weiß, dass etwas Tolles ansteht, dass ich gerne mit der Welt teilen will. Aber ich möchte gleichzeitig Instagram auch aus meinem alltäglichen Leben verbannen oder zumindest die dort verbrachte Zeit minimieren. Als Studentin und Berufstätige in einem Arbeitsfeld das unter anderem von sozialen Medien lebt, ist das jedoch nicht immer so leicht umzusetzen. Ich bin mir jedoch sicher, dass auch ich meinen Weg damit finden werde.

© Leni Taenzer, 30.07.2019 / Aaron

Wo soll es bei Euch als nächstes hingehen?

Habt einen schönen Tag,

Leni x